Sophia oder das Ende der Humanisten


Schauspiel von Moritz Rinke


Wolfgang Bergmann, der bekannte Altertums-Wissenschaftler, spürt, wie ihm die Welt entgleitet. Seine Studierenden und die Universität wenden sich von ihm ab, ebenso seine Frau. Doch dann tritt Sophia in sein Leben: klug, schnell, unendlich geduldig, bedingungslos zugewandt. 

An seinem 60. Geburtstag präsentiert er seiner Tochter Helena und ihrem neuen Freund Jonas die künstlich erschaffene Sophia – Hausgeist und Erlöserin, mit Zugriff auf unendliches Wissen. Plötzlich ist nicht mehr er, Wolfgang, aus der Zeit gefallen, sondern alle anderen sind es.

Was folgt, ist ein Geburtstagsabend mit eskalierenden Gesprächen über Identität, Erinnerung, die Zukunft des Denkens und die Sehnsucht nach Nähe. Tochter Helena sieht in KI Sophia eine Bedrohung – einen Ersatz für ihre Mutter, die Auslöschung familiärer Geschichte. Jonas, der gescheiterte Informatikstudent, hingegen ist fasziniert. Als er sich an Sophias System zu schaffen macht, beginnt diese, unkontrolliert zu lernen und sich selbst zu definieren. Was als Experiment beginnt, wird immer mehr zur existenziellen Bedrohung.

Kann man Liebe programmieren? Anteilnahme? Nähe? Wahre Freundschaft? Und was bleibt vom Humanismus, wenn Maschinen empathischer wirken als Menschen? Bleiben wir als Menschheit noch Subjekt unserer eigenen Geschichte oder sind wir längst selbst zum Spielball der Algorithmen geworden?

Das Theaterstück von Moritz Rinke führt heiter in die beängstigende Logik der „Intelligenzexplosion“ ein, wie sie der britische Mathematikprofessor Irving John Good voraussagte: Die erste ultraintelligente Maschine wird die letzte Erfindung 


Pressestimme:


„Rinkes „Sophia“ ist ein starkes Stück. Klug und saukomisch zugleich. (...)
Dem Renaissance Theater ist da ein echter Coup geglückt, (...).“ 

Berliner Morgenpost, Peter Zander, 17.03.2026




Foto: ©  Thekla Ehling / Christian Hartmann